Pro & Kontra: Blog oder Blockade?

Ring frei für die zweite Ausgabe unseres verbalen CREATIVCLICKS-Schlagabtausches: Unsere Geschäftsführer Kristian Voigt und Sandro Zimmermann haben wieder hieb- und stichfeste Argumente vorbereitet und hauen sie sich nun um die Ohren. Auf unterhaltsame Weise widmen sie sich diesmal dem Thema Corporate Blogs. Hinweis: Am Ende des Textes finden Sie eine Zusammenfassung der Diskussion.

Ein Veranstaltungsbericht von der letzten Weihnachtsfeier? Lustige Fotos vom gemeinsamen Mittagessen? Unternehmensblogs glänzen zu oft mit Belanglosigkeit. Dass es auch relevante Geschichten zu erzählen gibt, daran glauben häufig nicht einmal die Geschäftsführer. Sind Corporate Blogs also nur ein Mittel, um Praktikanten zu beschäftigen? Oder haben sie einen echten Mehrwert für Kunden, Mitarbeiter und Neugierige, Kristian?

Kristian Voigt: Es ist gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, dass sich Aufwand und Nutzen für Corporate Blogs die Waage halten. Als Unternehmer sollte man sich fragen: Was bekomme ich aus einem Blog heraus? Nur ein paar Klicks, ein paar „Gefällt mir“-Angaben, ein paar Kommentare? Auf der anderen Seite steht nämlich ein großer Aufwand für die Artikel: Ich brauche gute Geschichten, relevante Informationen und Mitarbeiter, die gerne mitmachen wollen. Klar, dass das viele Firmen abschreckt.

Sandro Zimmermann: Ach Kristian, jetzt mach‘ den Leuten doch keine Angst. Corporate Blogs sind heute kein technologisches Hexenwerk mehr. Die Erstellung von Artikeln ist kinderleicht, Bilder und Videos sind in Sekundenschnelle eingebunden und für fast jede Spielerei gibt es ein Plug-in. Diese einfache und direkte Kommunikation ist die beste Methode, um Krisen vorzubeugen. Kunden erleben das Unternehmen als authentisch, sie können auf dem Blog mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen und erhalten echtes Feedback – ein Corporate Blog macht Freunde. Das hat einen direkten Einfluss auf den Unternehmenswert und grenzt mich klar zur Konkurrenz ab: Sei es, weil sie nicht auf Kundendialog setzen oder weil sie ihre Expertise nicht sichtbar beweisen.

Kristian Voigt: Mit dem Feedback sprichst Du gleich was an, Sandro! Wer kontrolliert eigentlich die Kommentare? Wer darf mit mir als Unternehmen sprechen? Ganz schnell kann auch negatives Feedback aufkommen, Kunden oder (Ex-)Mitarbeiter kritisieren das Unternehmen und ganz schnell steht sowas auch auf Twitter oder wird sogar von Medien aufgegriffen. Und wenn Du es ausschaltest, um Dich zu schützen, kommt ganz schnell der Vorwurf der „Intransparenz“. Noch schlimmer wird es, wenn Du Kommentare löschst: Ein jahrelang aufgebautes Vertrauen kann so in Sekunden vernichtet werden.

Sandro Zimmermann: Die Kunden strafen aber nicht Deinen Blog, sondern den Umgang mit ihnen ab. Der Corporate Blog ist die Basisstation für Gespräche und für die menschliche Seite einer Marke. Wenn Du diese Gespräche abwürgst, wenn Du den Nutzern nicht auf Augenhöhe begegnest und das Unternehmen dicht macht, ist das so, als würdest Du im realen Gespräch einen Kunden schlecht behandeln. Mit einer offenen Art, mit ironischen Kontern und einem glaubwürdigen Auftreten schadet man seiner Marke nicht, sondern man wertet sie immens auf. Wenn man dann noch fachliche Expertise beweist, wird der Kunde den Mehrwert und den Charakter des Unternehmens schätzen – Vertrauen und Kundenbindung kommen dann quasi frei Haus. Ganz abgesehen von der Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitern, denen Du mit einem Blog Platz und Raum für ihre Kenntnisse gibst. Das motiviert, gibt Raum für Innovationen und löst Blockaden in der internen Kommunikation.

Kristian Voigt: Das Problem ist aber ja, dass die Kunden nicht einfach so auf Deinen Blog stoßen. Zur Wahrheit gehört ja auch, dass die Artikel auf den verschiedenen Social Media-Kanälen geteilt werden müssen und man sich auch dort mit den Nutzern unterhalten muss. Du brauchst einfach überall Personal, das sich auskennt, das auf die richtige Sprache setzt, das Zeit investiert. Denn bei einem wirst Du nicht widersprechen: Will man Erfolge bei einem Corporate Blog sehen, braucht man einen langen Atem.

Sandro Zimmermann: Okay, von heute auf morgen ist bisher selten ein Blog berühmt geworden. Aber manchmal geht es schneller, als man denkt: Google zum Beispiel liebt die Inhalte von Blogs, wenn sie gut für die Suchmaschine aufbereitet sind. Das erhöht die Sichtbarkeit im Netz und führt zu neuen Kunden, die ich sonst vielleicht nie erreichen würde. So kannst Du Themen setzen und Informationen bieten, ohne den Umweg über andere Onlinemedien oder klassische Angebote. Wenn der Nutzer auf meinen Beitrag klickt und einen anspruchsvollen, multimedialen Inhalt mit echtem Mehrwert finden, macht mich das für ihn interessant – und bringt mir kontinuierlich steigend neue Kunden.

 

Nicht alles gelesen? Unser tl;dr (Too long, didn’t read)

  • Ein Corporate Blog schafft einen Unternehmenswert durch klare Abgrenzung von der Konkurrenz und als ständiges Beweismittel der eigenen Fachexpertise.
  • Ein Corporate Blog bindet Kunden mit relevanten Inhalten und Mitarbeiter durch das entgegengebrachte Vertrauen.
  • Durch moderne Content Management Systeme ist Bloggen auch für Anfänger ohne technische Vorkenntnisse schnell erlernbar.
  • Google liebt Blogs und erhöht die Sichtbarkeit des eigenen Unternehmens quasi „gratis“.
  • Kunden erwarten zunehmend Dialog: Ein Corporate Blog bietet den idealen Anlaufpunkt für die Gespräche im Netz.

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