CREATIVCLICKS – Restart of Communication beim Mitteldeutschen Rundfunk

Wir starten die eigene Kommunikation neu und verbinden dies mit einem Workshop gerade beim MDR – Ein Widerspruch?

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) gilt vielen gerade jüngeren Generationen als DAS Sinnbild für sogenanntes Oma-Fernsehen und, mit Blick auf einige Rundfunkstationen wie MDR 1 Radio Sachsen, auch als nicht wirklich ernst zu nehmende Radio-Alternative. Zugegeben: Den meisten unter uns hat der Sender als solches auch nichts Nennenswertes zu bieten, außer vielleicht jenen, die heimlich MDR Jump, MDR Figaro oder das Nachrichtenradio MDR Info hören. Und da sind wir auch schon beim Thema unseres Besuchs: Wie schafft man heute Interesse für die eigenen Themen in den klassischen Medien und deren Nutzer und ist man, gerade als Agentur für Digitale Angelegenheiten, sprich: das Internet, nicht längst schon sein eigener thematischer Gatekeeper. Unsere PR-Fritzen hatten dazu den Vorschlag, sich mal in die Höhle der Behörde zu begeben und so machen wir den Neustart unserer Kommunikation in den Räumen der Sendeanstalt, die in der ARD-Kette als die größte gilt, in dem wir den Staub von den Knöpfen pusten und auf die Themen-Taste drücken wollen.

Klar hat der MDR in den letzten Jahrzehnten einiges für sein angegrautes Image getan. Beispielhaft könnte man die berühmt-berüchtigten Volksmusik- und Schlagerfeste anführen, die ein ums andere Mal Heerscharen der Generation 60+ vor die Empfangsgeräte in den Wohnzimmern locken. Trotzdem greift diese Beschreibung des mitteldeutschen Medienschlachtschiffes inzwischen viel zu kurz. Gerade unter der aktuellen Intendantin Wille hat sich der MDR sogar per Ansage einer Verjüngungskur gewidmet, die nicht nur Auswirkungen auf diverse Kanäle hat. Vielmehr hat der MDR für sich erkannt, was es heißt, in den klassischen Medien (Radio, Fernsehen, Internet 2.0) über eine gewisse Meinungsverantwortung zu verfügen. So versteht der Sender, mit Hauptsitz in der Leipziger Kantstraße, für sich das Thema „Digitaler Wandel“ immer mehr und will hier ein weiteres Mal ein Vorreiter sein. Was allerdings in der Tour durch die Studios kein einziges Mal erwähnt wird. Stattdessen werden einem die bekannten Formate immer noch mit dem Argument präsentiert, dass die Leute darauf scharf seien. Nun ja.

Trotzdem weisen nicht nur die seit Jahren erkennbaren Digitalisierungsbemühungen (Stichwort DAB+) seiner Programme auf ein langsames Umdenken hin, sondern auch eine grundsätzliche und überraschend vorwärtsgedachte Skepsis gegenüber den herkömmlichen Sozialen Medien.(Stichwort: Warum sollen wir als Medium mit unseren Inhalten Facebook fett machen?).

Auch was Übertragungswege betrifft zeigt sich der MDR neuerdings offen und nutzt für Großevents die Technologie LTE-Broadcast, um Sendebeiträge direkt von der Kamera ins Studio und so in die einzelnen Kanäle zu bekommen.

Aus diesen Überlegungen heraus ist es folgerichtig, wenn wir den Neustart unserer nun strategisch ausgerichteten Unternehmenskommunikation mit einem Besuch und einem Workshop in den Räumen der großen mitteldeutschen Sendeanstalt beginnen, die sich ihrerseits ebenfalls auf dem Weg ins digitalisierte Informationszeitalter befindet. Wir sind damit also nicht in der schlechtesten Gesellschaft und wollen hier vor Ort ein Gefühl davon zu bekommen, wie Geschichten erzählt sein wollen, Informationen aufbereitet sein müssen und Relevanz für Redakteure und Sendeverantwortliche erzeugt wird. Das sind die Grundgedanken unseres Besuchs bei der „Mutter der Meinungsbildung“ in Mitteldeutschland.

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