In ist, wer drin ist

Beim Lesen des aktuellen Suchradar-Magazins stieß ich auf einen sehr interessanten Artikel von Markus Hövener in der Rubrik „Letzte Worte“. Titel „Man muss nicht auf jeden Zug aufspringen“. Er greift alle Themen auf, die auch wir in der Fachpresse oder Fachnnewslettern lesen und in der Agentur diskutieren.

Beispiel Communities. Vor ein paar Wochen hat fahrrad.de seine Community geschlossen und sie komplett zu Facebook ausgelagert. Und das, obwohl sie nicht so schlecht zu laufen schien.

Da sind wir schon beim Thema: Facebook und Twitter sind in aller Munde (in Agenturen und Unternehmen), aber was bringt es wirklich? Wo sind die Fallstricke? Was sollte man bedenken?

Der beste Teil des Artikels:

„Der Zwang, immer neue Baustellen aufzumachen, hält einen eben auch davon ab, die Zeit mal für die Basics zu nutzen.

Das mag zwar langweilig sein, bringt aber wenigstens Umsatz. Es ist eben doch wichtiger, über SEO 10.000 Besucher zu bekommen, als bei Twitter an die 100-Follower-Marke heranzukriechen. Ist halt auch nicht immer so leicht, soziale Medien zu nutzen, wenn man Schraubmuffen oder Absauganlagen herstellt.“

Sowohl Facebook als auch Twitter sind aus meiner Sicht nur für bestimmte Unternehmen sinnvoll, nämlich solche, die sich an eine junge bis mittlere Konsumenten-Zielgruppe richten. Und das ist eben nicht der nette Maschinenbauer von nebenan…

Facebook und Twitter erfordern ein Umdenken im Unternehmen. Ein Kommunikationskonzept. Wer so schon nur mit Mühe und Not eine aktuelle Meldung pro Monat (oder in zwei Monaten) „produziert“, braucht in der Konsequenz auch keine sozialen Netzwerke. Denn soziale Netzwerke sind Kommunikation, Kommunikation, Kommunikation. Dort muss möglichst jeden Tag etwas passieren, die Nutzer (also Fans oder Follower) wollen unterhalten und eingebunden werden. Während bei Twitter noch das Schreiben von interessanten Tweets ausreicht, erfordert Facebook viel mehr Energie.

Wir als Agentur machen ja auch unsere Erfahrungen, oft gemeinsam mit unseren Kunden. Und wir wundern uns dann auch darüber, dass ein leerer Twitter-Account beständig Follower anzieht, obwohl dort wirklich nichts passiert. Wer folgt denn einem leeren Account? Welchen Sinn macht die „Mühe“ überhaupt, wie „sinnvoll“ sind solche Follower?

Meine Strategie: Ich schaue mir gern neue Dinge an und probiere sie aus. Manchmal komme ich aber auch darüber wieder zu den „bewährten“ Dingen zurück. Der permanente Datenstrom aus dem Internet nervt irgendwann. Also nutze ich Facebook nur für rein private Zwecke und bin kein Fan von irgendwem oder irgendwas. Und ich sortiere regelmäßig aus, wer nervt, den blende ich aus. Statt Twitter nutze ich die RSS-Feeds einiger wirklich interessanter Blogs. Die sortiere ich auch regelmäßig aus, weil sich auch da über die Zeit viele Lesequellen anhäufen, die letztendlich nicht so wichtig sind. So bleibe ich up-to-date ohne jeden Tag mein Online-Lesepensum zu steigern. Und ich entscheide, wann ich die Informationen lesen möchte. Man muss sich nur von dem Gedanken frei machen, etwas zu verpassen, wenn man nicht permanent online ist und Neuigkeiten konsumiert.

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