Traurige Seelen und Frohe Weihnachten?

Überall entstehen meterhohe Berge aus dem kalten Weiß. Schnee türmt sich am Straßenrand, in den Parklücken und auf den Terrassen. Die Menschen fangen an zu stöhnen, wenn sie am Morgen ihr Auto unter dem Schneehaufen ausgraben müssen. Und ja, es ist auch langsam anstrengend. Die Freude, dass wir in diesem Jahr eine weiße Weihnacht haben werden, versteckt sich im Moment noch hinter dem Frust über die Verspätungen, die wir jeden Tag in Kauf nehmen müssen.

Aber diese winterliche Landschaft bringt die Menschen auch auf gute Gedanken. Viele spaßige Menschen haben begonnen, bei Ebay oder sonstigen Börsen Schneehaufen zu verkaufen. Schnee aus Bayern, Schnee aus Sachsen, alles unter dem Titel „Beglücken Sie Ihre Liebsten dieses Jahr doch mal mit einem etwas anderen Geschenk“.

Aktuell liegt ein Gebot für einen Schneehaufen 3x2x1 Meter bei EUR 62,00; natürlich zur Selbstabholung. Wer macht denn so was? Wer kauft Schnee für EUR 62,00, wenn er uns ohnehin schon überall erschlägt? Ganz einfach: Hinter dieser Idee steckt ein guter Zweck, denn das Geld wird an ein Tierheim überwiesen und kommt damit Tieren zugute, die Weihnachten in keinem gemütlichen Zuhause verbringen können.

An dieser Stelle möchte ich diejenigen, die zu Weihnachten ein Tier verschenken wollen, noch einmal zum Nachdenken bewegen, ob es tatsächlich die richtige Idee ist. Tiere sind keine Geschenke und gehören auch nicht unter den Baum. Tiere sind Freunde und Freunde verschenkt man nicht! Jährlich werden gerade nach den Weihnachtstagen mehr Tiere in den Tierheimen abgegeben als zu anderen Zeiten im Jahr. Gerade ich spreche dabei aus Erfahrung: Auch ich war ein Geschenk. Ich kam zu einer Familie mit zwei Kindern und fühlte mich, selbst noch ein Welpe, richtig wohl. Nach 3 Monaten hatte ich allerdings ausgedient. Man sperrte mich auf den Balkon, 2 Monate bis mich der Tierschutz erlöste! Nach ein paar Monaten im Tierheim habe ich dann mein Zuhause gefunden, an das ich mich erst gar nicht heran trauen wollte. Aber mein Frauchen nahm sich wochenlang Zeit und gab mir die Zeit, ihr langsam Vertrauen zu schenken…

Nun spreche ich zu Ihnen: möchten Sie Tieren etwas Gutes tun, unterstützen Sie Tierheime oder den Tierschutz, spenden Sie oder werden Sie Pate. Und wenn Sie darüber nachdenken, sich ein Tier anzuschaffen oder jemanden mit einem Tier zu beschenken, sprechen Sie im Vorfeld ausführlich darüber und treffen Sie die Entscheidung in Ruhe. Und schauen Sie doch als Erstes bei den Tierheimen vorbei, wo viele traurige Seelen auf Sie warten, die es Ihnen immer danken werden!

One comment

  1. Hallo, lieber Brucie,

    da sprichst Du mir aber aus dem Herzen – Du, den wir gerne an Dein heutiges Frauchenvermittelt haben, weil wir wußten, es würde Dir dort gut gehen.
    Wie schön, dass Du Dich jetzt auch für Deine Hundekumpel stark machst, die nicht so viel Glück hatten, wie Du.
    Mach weiter so – es lohnt sich.
    Liebe Grüße, Deine Vermittlungs-Mama

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