Was Facebook und Google gemeinsam haben

…die Herausforderung: Es gibt zu viele Websites im Internet und zu viele Aktivitäten auf Facebook um diese auf der Suchergebnisseite oder der Facebook-Startseite (im Nachrichtenstrom) anzeigen zu können und dem Nutzer gleichzeitig ein relevantes Ergebnis zu liefern.

…das Prinzip: Relevanz, Relevanz, Relevanz.

…die Herangehensweise: beide Internet-Riesen nutzen einen Algorithmus, der die Relevanz der Suchergebnisse oder Aktivitäten berechnet und entsprechend der Berechnung die Anzeige steuert. Bei Google sind das mehr als 200 verschiedene Ranking Faktoren, bei Facebook ist das der so genannte Edge-Rank, der sich aus den Hauptfaktoren Affinity Score, Gewicht und Zeit sowie untergeordneten Faktoren berechnet.

…Verstärkung: Beide Unternehmen bieten zahlungspflichtige Dienste an, die Unternehmen nutzen können, um ihre Produkte und Informationen weiter zu verbreiten. Bei Google sind das ganz klar Google Adwords und bald auch Google Products. Auch Facebook hat ein Programm für Werbeanzeigen und ganz neu eine Funktion um Posts für Geld zu promoten.

…die Problematik für Sie als Unternehmen / Fanseite: Wer bei Google nicht auf den ersten Seiten erscheint (böse Zungen behaupten sogar, wer nicht auf der ersten Seite erscheint), ist praktisch unsichtbar. Posts, die bei Ihren Facebook-Fans nicht im Nachrichtenstrom ankommen, verhallen einfach ohne Wirkung.

…die Lösung: Relevanz, Relevanz, Relevanz. Bei Google erreichen Sie dies durch Suchmaschinen-Optimierung (SEO) bzw. die Beachtung der wenigen wirklich wichtigen Grundsätze wie „Schreiben Sie interessante und relevante Inhalte für Ihre Nutzer“ und sprechen Sie dabei die Sprache Ihrer Nutzer. Auch bei Facebook geht es um interessante Posts und vor allem das Thema (Inter-)Aktivität. Laden Sie Ihre Fans ein, sich aktiv zu beteiligen. Dialog heißt hier das Zauberwort, nicht Monolog. Und auch ganz wichtig: Nutzen Sie Synergieeffekte zwischen Social Media und SEO.

Hintergrund zu diesem Artikel
Seit ein paar Tagen (oder Wochen) berichten immer mehr Quellen darüber, dass Facebook seinen Edge-Rank zu Ungunsten vieler Unternehmen angepasst hat und deren Posts nun bei vielen Fans nicht mehr ankommen. In diesem Zusammenhang geistert auch das Thema Interessenliste durch viele Facebook-Seiten. Dort heißt es, wenn Sie Unternehmen XY bei Facebook auf Ihre Interessensliste setzen, sehen Sie die Posts des Unternehmens wieder – allerdings auch nicht im Nachrichtenstrom.

Gleichzeitig berichten immer mehr Quellen darüber, dass Facebook mit seiner neuen Promotion-Funktion Geld verdienen will und viele Unternehmen sehen dies als Halsabschneiderei.

Momentan gibt es hier täglich neue Entwicklungen, die es als Betreiber einer Fanseite zu beobachten gilt. Eine Bewertung können Sie mit Hilfe Ihrer Facebook-Statistikdaten selbst vornehmen. Wichtig ist, entsprechend auf diese Entwicklungen zu reagieren und ggf. seine Social Media Strategie oder den Redaktionsplan an die neuen Entwicklungen anzupassen.

Hier einige interessante Links zum Weiterlesen:
•    Allgemeine Informationen zu den Facebook Interessenslisten
•    Lösen Interessenslisten das Sichtbarkeitsproblem?
•    Informationen zur Facebook Promotion-Funktion
•    Informationen zur Verschärfung des Edge-Rank

Mein Tipp: Der Online-Dienst allfacebook.de ist immer eine gute Quelle für Nachrichten rund um Facebook.

Was ist der Facebook Edge-Rank?
Um beim Vergleich mit Google zu bleiben: Erinnern Sie sich noch an den Google Page-Rank? Einst ein wichtiger (wenn nicht der wichtigste) Faktor für das gute Ranking einer Website, der berechnet wurde über die Anzahl und weniger die Relevanz der Backlinks eben jener Website.

Ein bisschen was gemeinsam mit dem Page-Rank hat auch der Edge-Rank, Facebooks Bewertungskriterium für die Reichweite eines Posts. Je höher der Edge-Rank eines Posts ist, desto mehr Fans sehen diesen Post in ihrem Nachrichtenstrom. Ist er zu gering, sieht ihn niemand.

Als Edge bezeichnet Facebook alle Aktivitäten, die Nutzer machen können, also zum Beispiel Status Updates, Kommentare, Likes, Fotos taggen, eine Fanseite hinzufügen oder ein Event erstellen. All dies sind sog. Edges. Wenn Facebook wirklich alle Aktionen (Edges) im Nachrichtenstrom anzeigen würde, wären dies so viele, dass wohl bald alle Nutzer überfordert wären mit der schieren Masse an Informationen. Also werden die Aktionen bewertet (gerankt), und nur die angezeigt, die für den jeweiligen Nutzer am relevantesten erscheinen.

Die Erste Seite Internet Marketing GmbH, eine der Top-100-Agenturen des Hightext-Rankings, definiert die Einflusskriterien auf den Edge-Rank wie folgt:

„Affinity Score: Affinity bedeutet hier „Neigung“. Wenn also jemand einem anderen regelmäßige Nachrichten schickt oder seine Seite besucht, dann hat dieser einen höheren affinity score als eine Person, welche nur gelegentlich die Seite besucht.

Gewichtung des Edge: Ein Kommentar wird z.B. stärker gewichtet als ein „Gefällt mir“. Wird Ihr Beitrag geteilt, kann dieser noch andere Nutzer erreichen und ist somit ebenfalls von großem Wert.

Zeit: Je älter ein Edge, desto unwichtiger wird es.“ – Quelle

Auswirkungen für Sie als Fanseitenbetreiber
Aktivieren Sie Ihre Fans! Führen Sie einen Dialog, stellen Sie Fragen. Nur mit einer aktiven Fangemeinde werden Ihre Beiträge mit einem hohen Edge-Rank bewertet und erzielen größere Reichweiten.

Tun Sie dies regelmäßig! Überlegen Sie sich interessante Geschichten, die Ihre Fans immer wieder aufs Neue herausfordern, darauf zu reagieren.

Behalten Sie Ihre Statistiken im Auge und reagieren Sie auf Veränderungen bei der Reichweite.

Auswirkungen für mich als Fan
Ich als Konsument mag das Gefühl, selbst zu bestimmen, von welchen Seiten ich regelmäßig Infos erhalten möchte – deswegen drücke ich ja auch Gefällt mir. Leider kommen sehr viele Posts der von mir gelikten Seiten gar nicht bei mir an. Manchmal merke ich das auch, werde stutzig und schaue, ob es die Seiten noch gibt. Andere sind über-präsent in meinem Nachrichtenstrom, die dislike ich oder blende sie zumindest aus. Aber was ist mit den vielen Posts, die ich gar nicht sehen kann und von denen ich auch nicht bemerke, dass ich sie nicht sehe?

Eine Option sind hier die schon genannten Interessenslisten. Auf die kann ich Fanseiten setzen, auch thematisch gruppieren, und dann die Posts wie bei den Freundeslisten separat lesen. Das wissen aber die wenigsten Fans, deshalb sollten die Fanseiten uns darauf hinweisen, irgendwie. Aber wo wäre denn der richtige Platz für so einen Hinweis, dass ich ihn wahrnehme und lese? Sehr schwierige Fragen denke ich. Bleibt nur abzuwarten, was sich in der nächsten Zeit tut.

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