Was ist eigentlich… Referrer Spam

Wikipedia definiert: „Referrer-Spam (auch Logdatei-Spam) ist eine Sonderform des Suchmaschinen-Spamming. Hierbei werden Webseiten massenhaft aufgerufen, damit sie in den Referrer-Informationen der Statistiken der angegriffenen Webseiten auftauchen.“ Ganz konkret werden von Spam-Bots die Code-Scripte der Analyse-Tools wie Google Analytics massenhaft aufgerufen. Es finden also in Wirklichkeit gar keine Besuche statt, sie erscheinen lediglich in der Statistik. Massiv zugenommen haben diese Geister-Zugriffe seit 2014.

Wie wirkt sich Referrer Spam aus?
Einerseits entsteht durch die Geister-Besucher zusätzlicher Traffic auf dem Webserver, was viele Websitebetreiber freut. Andererseits verfälschen diese Geister-Besucher jedoch Ihre Webstatistik. Bemerkbar macht es sich an diesen Stellen:

  • Ihre Website weist eine höhere (aber irrelevante) Anzahl an Sitzungen auf
  • Durch die Aufrufe der Spam-Bots erhöht sich Ihre durchschnittliche Absprungrate
  • Das geht einher mit einer geringeren durchschnittlichen Aufenthaltsdauer und
  • Durchschnittlich weniger Seiten pro Besuch
  • Die Liste der verweisenden Websites enthält viele irrelevante Einträge.

Wo sehe ich Referrer Spam?
Gehen Sie in Google Analytics zu Akquise / Alle Zugriffe / Verweise. Dort sehen Sie alle URLs, von denen Besucher auf Ihre Website gekommen sind. Referrer-Spam-URLs sind meistens normale URLs, aber die Besuchsdauer beträgt null oder nur wenige Sekunden. Viele davon finden Sie direkt in den Top-10 Ihrer verweisenden Websites. Aber denken Sie daran: all diese Zugriffe sind keine echten Besucher und verfälschen Ihre Statistik.

Warum machen die Spammer das?
Links von externen Websites sind ein wichtiger Rankingfaktor für das eigene Google-Ranking und sie bringen Besucher auf die eigene Website. Wie viele Besucher über welche Websites auf die eigene Website kommen, interessiert alle Marketingverantwortlichen. Diese Daten liefert der Bericht Verweiszugriffe in Google Analytics. Wenn dann in diesem Bericht die URLs mit großen Besucherzahlen auftauchen, neigt der eine oder andere Websitebetreiber dazu, sich die Seite einmal anzuschauen. So werden Besucher auf die Websites der Spammer gelockt, die Traffic bringen und vielleicht sogar dort angebotene Leistungen oder Produkte kaufen. Auch echter Affiliate-Betrug kann so durchgeführt werden, indem ein findiger Affiliate seinen „Kontakt“ überall im Internet streut und so alle Geschäfte über ihn laufen.

Was können Sie (oder wir) dagegen tun?
Bei der Neuanlage eines Kontos in Google Analytics können wir die Properties 1 und 2 ungenutzt lassen, da diese vermehrt angegriffen werden. Bei bestehenden Properties setzen wir Filter ein, um zukünftig Spam herauszufiltern und Segmente, um Spam aus bestehenden Daten auszublenden. Google Analytics hält außerdem eine Verweisausschlussliste bereit. Filter, Segmente und Listeneinträge müssen regelmäßig geprüft und aktualisiert werden, denn es gibt immer neue Referrer-Spam-URLs. Anleitungen für die Einrichtung von Filtern und Segmenten finden Sie im Internet oder sprechen Sie uns an.

Beispiele

  • Einer unserer Kunden kam mit der Anfrage zu uns, dass er eine inaktive, d.h. nirgends eingebundene, Google Analytics Property in seinem Konto hat, die aber Traffic aufweist.
  • Unser Bild zeigt den Bericht Verweiszugriffe einer inaktiven (nicht mehr genutzten) Property aus Google Analytics, die trotzdem Geister-Besucher hat.

Lesetipps
Der Artikel der Online Marketing Rockstars „Geister-Traffic und Referrer Spam – Die neueste Masche der Online-Marketing-Trickser: Wie Tool-Anbieter und Affiliate-Betrüger mit simulierten Aufrufen anderer Websites Besucher auf ihre Seite locken“ liefert eine gute und kurze Zusammenfassung.

SEO-Summary erläutert das Thema in seinem Artikel „Referrer-Spam blockieren“ etwas ausführlicher und gibt Hinweise, wie Sie gegen Referrer Spam vorgehen können.

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